Weitsichtblick

Ein Hiesiger empfiehlt mir,
beim Plausch im Schlosspark Buckow,
den Weitsichtblick von oben,
die Märkisch' Schweiz als Motto.

Bei Dahmsdorf, meint er freudig,
hätt' Pferde er zu steh'n,
vor allem seine Weißen

liebt er gern anzuseh'n.

Daneben noch ein Stückchen
läg' unweit gleich die Stell',

die staunen würd' mich lassen,
zur Aussicht vom Rondell.

So ist erweckt die Neugier.

Die Landschaft und die Seen
erkund' ich mit dem Fahrrad
bis zu der Hügel Höh'n.

Zunächst tritt es sich fröhlich
und leicht in die Pedal'n.
Waldsieversdorf im Rücken,
das Wetter für Sandal'n.

Doch kaum erscheint das Ortsschild
vom Nachbardorf im Blick,
schon stuckert's derart heftig,
dass Sehnsucht schreit: Zurück!

Nicht Stuckern, Scheppern, Poltern
alleine verdriest's Gemüt,
die Straße windet's aufwärts:
Wer weiß, was mir noch blüht?

Jetzt gibt's nur noch den ersten
von derer Gänge sieben,
der Schweiß mir auf der Stirn steht,
nun hilft nur noch das Schieben.

Und endlich wird es leiser,
das Kopfsteinpflaster weicht.
Doch, was ist das? Ich sinke:
Ein Sandweg, hell und seicht.

Da plötzlich spür' ich Hoffnung.
Am Horizont ein Zeichen:
Die weißen Pferde leuchten,
mein' Trübsal zu verscheuchen.

Nur ein paar Schritte höher:
Hier tut sich auf der Blick
mit ringsum neuen Hügeln -
fahr' weiter! Welch ein Glück!

Carmen Hoyer, 23.07.2020