Innen und Außen

Es schreit, es kreischt, es dröhnt, es brüllt.
Es kracht, es knallt, es höhnt, es schilt.
Der Lärm, ein rasend Monoton.
Geräuschepegel, bitt’rer Lohn
für alles, was man Seele nennt
und schmerzlich die Signale trennt.
Im Inner‘n mitgenommen.

Beschallung oben links wie unten,
rechts daneben und auch hinten.
Laster brummen, Busse summen,
Biker tuckern, Autos muckern,
Flieger kollern, Hymer bollern,
Hauptsach‘, Mensch hat was zum Rollern.
Äußerlich ganz unbenommen.

Auf den Straßen, in den Höfen
Kehrmaschinen, Rasenmäher,
an den Grenzen, in den Häfen
Laubverpuster, Abfallleerer,
Martinshorn und Warnsirenen,
Handy’s schnarren, Scooter queren
haaresbreit am ich vorbei.

Nichts wie weg hier, Fahrrad treu,
ab nach Hause, weit nach draußen
in den Forst zu dir und mir:
Atmen, Stille, Zeit und Raum,
Muse für den liebsten Traum,
zweisam schweigend bei einand‘,
Frieden innen und im Land.

 

Carmen Hoyer, 11.06.2020